Dienstag, 22. April 2014

Während also die Eltern...

...mit Möbeln und Tapete beschäftig waren, hat sich das Pärchen im Obergeschoss weiter ausgetobt. Die Dachgaube bzw. Durchgang zum Balkon und Duschbad hatte ein kleines Defizit - die Deckenhöhe von ca. 1,90m. Das war für die Frau noch auszuhalten, für den Mann aber kein Zustand, da dieser nur mit angewinkeltem Kopf durch den Raum gehen konnte.
Um also hier etwas für die Kopffreiheit zu tun, musste erstmal die Deckenverkleidung entfernt werden. Die bestand aus Spanplatten, die auf eine Unterkonstruktion genagelt waren (Schrauben wäre ja auch irgendwie zu einfach gewesen). Diese ganze Schose wurde dann auch noch weiß angestrichen und somit jegliche Angriffspunkte zum Entfernen der Platten ausgemerzt.

Hier ist die Deckenverkleidung gut zu sehen

Das hatte aber auch einen positiven Aspekt, denn so konnte sich das Paar ein Spielzeug Werkzeug kaufen, dass es schon lange haben wollte, aber nie einen Anlass hatten: Eine Handkreissäge.
Damit sägte der Mann dann ein Loch in die Deckenplatten und hatte so einen vernünftigen Angriffspunkt für das Brecheisen. Nach ein paar kräftigen Hieben war dann auch schon die Deckenkonstruktion zu sehen:



Querlaufende dicke Balken, dazwischen kleine Balken mit Stroh und Lehm umwickelt und darauf dann nochmal Lehmputz. Das ganze Zeug musste raus, was aber leider (und zum Glück) ein arger Kraftaufwand war - die Decke in dem Bereich war in einem sehr guten Zustand und der Lehm saß sehr fest an den Balken. Doch endlich war es geschafft und das junge Paar konnte einen Blick in das kleine Spitzdach werfen:



Auch hier sah alles noch sehr gut aus für das Alter - keine kaputten Dachziegel, nur der Mörtel zum Abdichten müsste erneuert werden, um ungebetenen Besuchen vorzubeugen. Denn was seinen Weg auf den Mini-Dachboden gefunden hatte waren unter Anderem ein paar Vögel, die dort munter ihre Nester gebaut (schon vor einiger Zeit, alle Nester waren verlassen!) und ein paar Raupen, die sich dort in ihre Schmetterlingskokons gepuppt hatten.
Da der Zimmermans-Bruder gerade Zeit hatte, durfte er sich die Balken gleich anschauen und voller Tatendrang, wie er nunmal ist, hat er auch gleich zwei davon versetzt. Das war sogar einfacher, als das Pärchen befürchtete. Zunächst wird einer der Deckenbalken ausgesägt und von allen Nägeln befreit, die über die Jahre darin versenkt wurden. Dann wird die neue Länge und der Winkel des Daches ausgemessen, auf den Balken übertragen und dieser dann entsprechend zugesägt. Zu guter Letzt wird der Balken an seinem neuen Platz wieder an die Dachbalken geschraubt. Dann wird das Ganze mit dem nächsten Balken wiederholt und schon hat der Raum eine Höhe von 2,50m.


Das verleiht dem Zimmer gleich eine ganz neue Wirkung. Und weil Mann und Frau grad so gut in Fahrt waren wurde auch noch die Türzarge entfernt - die hatte konstruktionsbedingt eine noch geringere Durchgangshöhe als die oben erwähnten 1,90m.

Ansicht von der Treppe
Ansicht aus der Dachgaube/Durchgang heraus

Und dann musste der ganze Schutt, der aus der Decke kam, wieder zusammengekehrt und aus dem Haus geschleppt werden... (auf den letzten Bildern ist schon der aufgeräumte Zustand zu sehen ;) )

1 Kommentar:

  1. Ich bewunder wirklich euren Elan und bringe dieses Mal Erbeertiramisu mit.
    *picknickdecke im garten ausbreit*

    AntwortenLöschen