Freitag, 25. Juli 2014

Was im Schlafzimmer...

...jetzt noch fehlte - bevor Tapete und Bodenbelag gemacht werden konnte - war die Dachverkleidung.

Hierbei stand das junge Paar vor der Entscheidung wie das Dach neu abgedichtet wird. Wie das bei so alten Häusern früher üblich war, wurden die Zwischenräume der Dachziegel nur mit Mörtel verstrichen, damit keine Feuchtigkeit - z.B. Flugschnee oder Regen - eindringen konnte. Der bestehende Mörtel war aber schon so alt, dass er zu großen Teilen schon von selbst herausbröselte. Also musste eine neue Abdichtung her.
Eine Möglichkeit wäre, das Dach abzudecken und eine Unterspannbahn anzubringen. Die Andere belässt die Dachziegel, wie sie sind und es wird neuer Mörtel eingebracht.
Bei Neubauten wird nur noch mit der Unterspannbahn gearbeitet. Das ist eine Folie, die auf den Dachsparren angebracht wird, um die Dachkonstrikltion (Sparren, Dämmung usw.) vor Feuchtigkeit zu schützen.

Entschieden hat sich das junge Paar dann für das Verstreichen mit Dachdeckermörtel. Denn die Beiden trauten es sich nicht zu auf dem Dach herumzuturnen, um die Ziegel abzunehmen und außerdem ist der Mörtel um einiges günstiger als die Folie. Und wenn der Mörtel in 30-50 Jahren dann doch brüchig wird können die Dachziegel so auch von außen abgenommen und erneuert werden, ohne den Innenausbau wieder abreißen zu müssen.

Also machte sich der Mann daran, Eimer für Eimer den Mörtel anzumischen und zwischen die Dachpfannen zu streichen. Hierbei entsteht schnell ein "Ich-seh-den-Wald-vor-Lauter-Bäumen-nicht-mehr-Effekt", so dass die Frau zwischendurch immer mal kontrolliert hat, ob auch alle Ritzen verschlossen sind. 

Vorher: alle alten Mörtelreste wurden entfernt
Nachher

Leider hat es die Frau dann aber versäumt, ein Foto vom fertig verstrichenem Zustand zu machen, aber so wie auf dem Nacher-Foto oben rechts sah dann die gesamte Dachfläche aus. Jetzt konnte es mit dem Ausbau weitergehen. Dafür wurden auch hier wieder Bohlen an die Dachsparren geschraubt, um eine ausreichende Tiefe für die Dämmung zu erhalten.



Als Dämmstoff hat das junge Paar hier Glaswolle verbaut - dabei ist es ganz wichtig für eine gute Belüftung zu sorgen, eine Atemschutzmaske und lange Kleidung zu tragen, denn das Material verliert beim Schneiden winzige Flusen, die Lugenschäden und Hautreizungen hervorrufen.
Damit die Dämmung gut zwischen den Sparren sitzt wird sie ca. 1cm breiter zugeschnitten als nötig. Als zusätzliche Hilfe können dann noch Dachlatten angebracht werden. Man(n) möchte ja nicht, dass einem die Dämmung wieder auf den Kopf fällt. Und so sieht das Ganze dann fertig aus:



Auf die Dämmung wird nun eine Dampfsperrfolie getackert. Diese ist dampfdiffusionsdicht und verhindert, dass Feuchtigkeit aus der Raumluft in die Dämmung eindringt. Damit das auch gewehrleistet werden kann müssen nach dem anbringen alle Übergänge und Tackernadeln mit Isolierband abgeklebt werden.


Dann konnte endlich die Innenverkleidung angebracht werden. Auch hier nutze das junge Paar wieder Spanplatten. Die Löcher, die beim Festschrauben der Platten in der Folie entstehen, sind hierbei unproblematisch, da diese auf beiden Seiten durch Dachlatte bzw. Spanplatte verschlossen sind.



Und auch das Loch zum Flur hin wurde noch geschlossen. Hier die Ansicht von der Flurseite mit kreativer, aber funktionierender Unterkonstruktion:



Das Kabel, das sich dort übrigens so still und heimlich seinen Weg unter der Wandverkleidung gesucht hat dient dazu, im Schlafzimmer noch die Möglichkeit für weitere Steckdosen zu haben.
Und so war das Schlafzimmer dann auch endlich fertig für die Renovierungsarbeiten.

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