Samstag, 29. November 2014

Eines schönen Tages...

...rief der Mann die Frau ganz euphorisch an. Die Frau war gerade im Büro und der Mann hatte Urlaub und werkelte fröhlich im Häuschen herum.

Mann: *freudig* "Ich hab was gefunden!"
Frau: *leicht verunsichert wegen der vielen vorherigen bösen Überraschungen* Na, ich hoffe mal kein Wasser?"
Mann: *euphorisch* "Nein, einen Raum!"
Frau: *skeptisch* "Ähm... aha?"
Mann: *noch euphorischer* "Ja, der ist riesig! Voll super!"
Frau: *noch skeptischer* "Ein riesiger Raum den wir vorher noch nicht bemerkt haben?"
Mann: "Jap! Ich schick dir mal ein Bild!"

ominöser Raum

Und dann leichtete der Frau auch ein, welchen Raum der Mann meinte - der "Dachboden" über dem Heizungsraum und hinter dem Duschbad. In diesen hatte das junge Paar bei der Besichtigung des Hauses zwar einen Blick geworfen, aber der ging eher in die Richtung "Ist das Dach dicht?" oder "Gibts hier Schimmel?". Beides war nach eben diesem kurzen Blick bejaht bzw. verneint und damit abgehakt. Richtig angeschaut hatte sich den Dachboden nach dem Kauf Niemand mehr.
Umso größer war die Überraschung als dieser dann richtig inspiziert wurde und den Wohnraum um ca. 15m² mit einer Höhe von etwa 3 Metern vergrößerte. Die Idee des Mannes, hier ein großes Badezimmer unter zu bringen gefiel der Frau auch sehr gut und nach ein bischen Weiterspinnen dieser Gedanken kam auch noch der Geeistesblitz auf, aus der anderen Hälfte ein Ankleidezimmer zu machen. So sparte man sich einen großen Kleiderschrank im Schlafzimmer.

Leider musste der Dachboden aber hierfür erstmal entrümpelt werden. Denn der Vorbesitzer nutzte Diesen als Werkstatt und Hobbyraum und alles war vollgestellt mit einer riesigen Werkbank, Schränken voll mit Schrauben, alten Autoteilen und Werkzeug.

Vorher

Das Meiste davon war mittlerweile wirklich Schrott. Aber ein paar Schmuckstücke ließen sich doch noch retten - ein altes Bügeleisen, das sich später sicher gut als Deko eignet, ein paar Apothekergewichte, eine gut erhaltene Holzmolle, eine große Schraubzwinge, eine alte Babywaage (die sich bestimmt auch gut als Küchenwaage macht) und diverse Hobel.

(unscharfe) Ausbeute

noch mehr Aubeute





Nachdem die Schätze geborgen waren musste nun entrümpelt werden. Das nahm sich das junge Paar gleich für das nächste Wochenende vor. Als tatkräftige Unterstutzung kamen wieder die Frau-Eltern/Bruder+Freundin vorbei. Und so schaffte die muntere Truppe es tatsächlich den ganzen Raum an einem Samstag zu leeren.
Hierzu noch ein gut gemeinter Ratschlag: Bei solche Aufräumaktionen mit ungewissem Inhalt des Raumes lohnen sich gute Handschuhe. Denn neben dem oben erwähnten Müll fanden sich hier auch noch abgerissene Vogelflügel und benutzte Spritzen (die Vermutung geht in Richtung Tierpräparationen). Und da möchte und sollte nun wirklich Niemand mit bloßen Händen dran.

Nachher
Blick auf die Duschbad-Rückwand
















Die beiden jungen Paare sortierten den ganzen Müll nach Papier, Plastik und Metall und gaben das dann an die Eltern nach unten damit diese alles auf der Terrasse stapeln konnten. Das war gar nicht so einfach, denn der Dachboden war nur über eine Luke mit Leiter zugänglich - die Verbindung zum Hautphaus war ja durch das kleine Duschbad versperrt.

geordneter Müll - Holz
geordneter Müll - Metall, Plastik

Das Einzige, was hier nun noch fehlte, um später auch Wohnraum daraus zu machen, waren die Fenster (und der Innenausbau, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein...). Diese baute wieder der Zimmermans-Bruder ein - insgesamt vier Dachschrägenfester die den Raum schön mit Licht versorgen. Diesmal hat die Frau auch dran gedacht Bilder zu machen, so dass jeder Schritt gut dokumentiert ist.

Zuerst muss natürlich das Loch für das Fenster ins Dach. Ensprechend werden die Dachziegel abgenommen und die Dachlatten innerhalb der Öffnung abgesägt.



Die Dachfenster sind dann zum Glück recht einfach einzubauen. Zunächst wird der Dämmrahmen zusammengesteckt und in das Loch buchsiert. Damit der dann festgeschraubt werden kann werden evtl. noch neue Dachlatten montiert oder die Bestehen etwas zurückgeschnitten. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass Ober- und Unterkante waagerecht sind und in allen Ecken ein 90° Winkel besteht, damit das Fenster hinterher auch gerade im Rahmen sitzt.

eingelegter Rahmen
Alles in Waage





Als Nächstes wird der Fensterrahmen eingesetzt. Der besteht schon aus einem Teil und muss nur noch auf dem Dämmrahmen und den Dachlatten festgeschraubt werden. An der Unterkante wird noch ein Blech montiert und an den anderen Seiten ein Vlies, das unter den Dachziegeln liegt, damit der Regen gut abgeleitet wird.



Jetzt kann auch schon der Fensterflügel eingesetzt werden. Hierbei wird nochmal die Spannung kontrolliert, damit das Fenster auch offen bleibt und nicht von alleine wieder zu fällt.
Zum Schluss müssen nun noch die Dachzeigel angepasst und eingesetzt werden. Da hier keine ganzen Dachziegel mehr neben das Fenster passen, werden diese entweder mit einem Winkelschleifer zugeschnitten oder mit einer Zange abgeknippst.

Fertig eingebauter Fenster von Außen...
...und von Innen







P.S.:
@QueenofDark:
Naja, da es für uns jeweils erst der zweite richtige Umzug war, war das schon recht anstrengend. Aber mit der Zeit danach hast du natürlich Recht - vor allem, wenn man auf eine Baustelle zieht...

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